100 FACES OF MYANMAR

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For over 50 years, the Burmese people have been subject to brutal oppression and abuse. The life of Nobel Peace Prize winner Aung San Suu Kyi, who lived for more than 20 years under house arrest, is a dramatic symbol of patient waiting, perseverance, and hope for change... The eyes of the 100 inhabitants of Myanmar in these portraits tell the whole story: the glimmer of hope for a fundamentally different life, the Buddhist equanimity that has enabled them to bear this oppression, and the excited anticipation of how far this political change will go and what effects it will have on their lives...

Text of 100 FACES OF MYANMAR

  • MICHAEL BADER 100 FACES OF MYANMAR

    MICHAEL BADER 100 FACES OF MYANMAR

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    MICHAEL BADER 100 FACES OF MYANMAR

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    DIE VIELEN FARBEN und das Licht, die verschiedenen Gerche, die Geschmcker der Curries, die Menschen auf den Feldern und an den Flssen, auf ihren Booten, beim Nachmittagstee und das quirlige Treiben auf den Mrkten all das hat mich fasziniert und vom ersten Tag an in seinen Bann gezogen. Vor allem aber war es die Freundlich-keit und Sanftheit der Menschen, ihre Unvoreingenommenheit bei der ersten Begegnung, die diese Reise so besonders fr mich mach-te. Ich beschloss, die Menschen, die mir begegneten zu fotografie-ren. Ich wollte sie mitnehmen und zeigen auf eine wunderbare Art und Weise, in der nur Fotografie das ermglicht. Ich bewegte mich wie ein offenes Buch durch das Land und sammelte die Farben und das Lachen mit vollen Hnden die Geschichten kamen so spontan zu mir wie ich zu ihnen.

    THE VARIETY OF COLOURS and the light, the diverse aromas, the flavour of the curries, the people in the fields and at the rivers, on their boats, at lunchtime tea, and the swirling atmosphere of the markets all of this fascinated me and placed me under its spell from the very first day. Above all, the friendliness and gentleness of the people, their impartiality during the first encounter, was what made this trip so special to me. Imade a decision to photograph the people that I met. I wanted to take them with me and show them in the wonderful way made possible by photography. I moved across the country like an open book and collected the colours and laugh-ter with full hands the faces came as spontaneously to me as Ito them.

  • SHWEDAGON PAGODA, YANGON

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  • CENTER OF YANGON

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  • KANTAWGYI, MANDALAY

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  • TRAIN STATION, PYIN OO LWIN

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  • PETROL STATION, MANDALAY

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  • AMARAPURA, MANDALAY

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  • MARKET, MANDALAY

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  • DRYING FISH, NGAPALI BEACH

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  • VILLAGERS, HSIPAW

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  • MONKS, NGAPALI BEACH

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  • INLE LAKE

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  • AYEYARWADY RIVER, MANDALAY

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  • WEDDING, MANDALAY

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  • VIEWPOINT, MANDALAY

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  • AYEYARWADY RIVER, PYAY

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  • AYEYARWADY RIVER

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  • ANCIENT CITY OF BAGAN

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    GESICHTER DES WANDELS Ein Essay von Michael Lidauer

    MYANMAR BOOMT. Nach Jahrzehnten der Selbstisolation und inter-nationaler Sanktionen werden Gruppenreisende wie Individualtouris-ten von Bildern goldener Tempel, historischer Baudenkmler, weier Elefanten und rot gewandeter Mnche angezogen, whrend in Yan-gon der Verkehr stockt, die Hotelpreise steigen und einige Menschen in den lndlichen Gebieten vielleicht noch gar nicht genau wissen, dass ein unerwarteter und lang ersehnter politischer Wandlungspro-zess eingesetzt hat. In westlichen Medien dominiert dabei nach wie vor das Bild Daw Aung San Suu Kyis, der Friedensnobelpreistrgerin des Jahres 1991, als Gegenspielerin einer meist gesichtslosen Militr-junta. Doch innerhalb des Landes gibt es Risse in diesem Bild. Der seit den Wahlen 2010 stattfindende Demokratisierungsprozess kann differenzierter dargestellt werden.

    Erste demokratische Bestrebungen in Myanmar gehen auf die Zeit des Unabhngigkeitskampfes zurck. Die letzte monarchische Dynastie musste ihren Platz 1885 rumen. Knig Thibaw wurde mit seiner Familie ins indische Exil gesandt, aus dem er nicht zurck-kehrte. Grobritannien gliederte ,Hinterindien in das britische Kolo-nialreich ein und gestand ab 1937 Birma innerhalb des Kolonialregi-mes einen eigenstndigen Status zu. Aus England wiederkehrende Studenten brachten neue Ideen zu Verfassungsreformen und Men-schenrechten mit. In monastischen Zirkeln und an den Universitten wuchs der Keim eines erstarkenden Nationalismus. Der Studenten-fhrer und sptere General Aung San wurde zur Identifikationsfigur

    fr nationale Souvernitt. Militrisch ausgebildet in Japan, wandte er sich Ende des Zweiten Weltkrieges gegen die Japaner und vertrieb diese mit Hilfe der Briten. 1947 wurde in London die Unabhngig-keit Burmas vorbereitet. Im gleichen Jahr sicherte Aung San mit dem Abkommen von Panglong Vertretern der Shan, Chin und Kachin die Mglichkeit der spteren Trennung von einem vereinten Birma zu und die heutigen Landesgrenzen wurden festgelegt. General Aung San fiel noch vor der Unabhngigkeit einem Attentat politischer Ge-genspieler zum Opfer und wird seither in allen politischen Lagern als Landesvater verehrt.

    Am 4. Januar 1948 trat die Unabhngigkeit des Landes in Kraft. Die heute oftmals zitierte demokratische Periode sah drei Wahlen (1951/52, 1956 und 1960) fr ein Zwei-Kammer-Parlament, aber Pre-mierminister U Nu hatte Schwierigkeiten die unterschiedlichen po-litischen Lager zu einen. Nach einem ersten militrischen Interreg-num (19581960) kam es 1962 zum Putsch durch General Ne Win, der den ,birmanischen Weg zum Sozialismus einschlug, alle Betriebe verstaatlichen lies und 1974 mit einer neuen Verfassung ein Ein-Par-teien-System etablierte. Der berhmteste Sohn dieser Zeit kam indes auerhalb des Landes zu Ehren. U Thant sammelte grundle-gende politische Erfahrungen im Heimatland, whrend er half die Bewegung Blockfreier Staaten vorzubereiten. 1961 bis 1971 war er Generalsekretr der Vereinten Nationen (VN) und damit der erste nicht-westliche Reprsentant einer internationalen Organisation.

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    Unter der Regentschaft Ne Wins wurde die ehemalige Reiskam-mer Sdostasiens zu einem der rmsten Lnder der Welt. Den von Studenten initiierten, gewaltsam niedergeschlagenen ffentlichen Protesten von 1988, die zum Rcktritt Ne Wins fhrten, folgte wie-der ein militrischer bergangsrat der Staatsrat fr die Wieder-herstellung von Recht und Ordnung genannt SLORC. Die von der ffentlichkeit geforderten Wahlen mit Beteiligung mehrerer Partei-en wurden 1990 durchgefhrt. Diese Wahlen gewann berraschend die neu gegrndete Nationale Liga fr Demokratie (NLD), die von General Aung Sans Tochter, Daw Aung San Suu Kyi, gemeinsam mit ehemaligen Militrs und anderen Politikern gegrndet worden war. Suu Kyi hatte davor den Grossteil ihres Lebens im Ausland verbracht. Als die Proteste ausbrachen, war sie auf Kurzbesuch im Land. Bis zur Wiederausreise sollten mehr als zwanzig Jahre vergehen.

    Der SLORC, der den Namen des Landes von Birma (Englisch: Burma) zu Myanmar nderte, hatte kurz vor dem Wahlgang ange-kndigt, die Regierungsgeschfte erst nach der Unterzeichnung einer neuen Verfassung an eine zivile Regierung zu bergeben. Ein nationaler Konvent zur Erarbeitung dieser Verfassung wurde einge-setzt. Die NLD verlies diesen aufgrund restriktiver Bedingungen und die weitere Entwicklung pausierte bis 2004. Die militrische Regie-rung etablierte einen berwachungsstaat, der mit George Orwells Utopien verglichen wurde. Gleichzeitig blieb der Zugang zu den na-trlichen Ressourcen des Landes in militrischen Hnden. Whrend immer mehr westliche Regierungen Sanktionen gegen die Junta ver-hngten, vertiefte diese ihre wirtschaftlichen Beziehungen mit den Nachbarlndern. Ihre Mitglieder konnten sich bereichern, whrend die Bevlkerung weiter verarmte. Politische Bildung an Universit-ten, einst Keimzellen fr zivile Unruhen, wurde verboten. 1997 wurde der SLORC in den Staatlichen Friedens- und Entwicklungsrat(SPDC)

    umbenannt und 2005 wurde, astrologischer Beratung folgend, die Hauptstadt von Yangon in das neu erbaute Naypyidaw verlegt. 2004 prsentierte General Khin Nyunt, Premierminister unter Senior Ge-neral Than Shwe und Leiter des militrischen Geheimdienstes, einen siebenstufigen ,Fahrplan zur Demokratie, der die Fertigstellung ei-ner neuen Verfassung, die Abhaltung allgemeiner und freier Wahlen sowie die Machtbergabe an eine zivile Regierung ohne zeitliche Ein-schrnkungen vorsah. 2007 schlug die Regierung mit der sogenann-ten Safranrevolution abermals ffentliche Proteste blutig nieder, bei denen diesmal auch Mnche beteiligt waren. ber die neue Verfas-sung wurde im Mai 2008, trotz der wenige Wochen zuvor vom Zyk-lon Nargis ausgelsten humanitren Notsituation, in einem nationa-len Referendum abgestimmt. Beobachter aus dem In- und Ausland sprachen von massivem Druck seitens staatlicher Vertreter.

    Die neue Verfassung etabliert ein hybrides Regierungssystem mit vielen Merkmalen eines Prsidialsystems. Das Prsidentenamt ist mit weitreichenden Vollmachten ausgestattet. Die Legislative besteht auf nationaler Ebene aus zwei Kammern, die zusammen das Parlament bilden. Die neue Verfassung etabliert vierzehn Re-gionalparlamente und einige von ethnischen Minderheiten selbst-verwaltete Gebiete. Dies ist ein Novum und als Schritt in Richtung Dezentralisierung zu werten. In allen Gremien der Legislative ist das Militr jedoch mageblich beteiligt. In den Husern des Parlaments hlt es je ein Viertel aller Sitze. Darber hinaus sind mindestens drei Ministerposten mit hochrangigen Offizier